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„Die Zahl ist das Wesen aller Dinge“ Pythagoras

Aus dem Buch:“Symbolik und Bedeutung der Zahlen“-Hajo Banzhaf

Mit Zahlen kann man nicht nur rechnen.Sie können weit mehr ausdrücken als eine Menge.Das mag zunächst vielleicht  verblüffen,doch dann erinnert man sich,dass die Drei und die Sieben als heilig gelten,man die dreifache Sechs dagegen als das Zeichen des Bösen kennt,und die Dreizehn so verteufelt wurde,dass viele Hotels kein 13.Stockwerk und kein 13.Zimmer haben.Und schon befinden wir uns in der Welt der Zahlenmystik,die uns lehrt,dass Zahlen nicht nur Mengen ausdrücken,sondern neben der Quantität auch jeweils ihre eigene Qualität besitzen.Dieses Wissen hat im Abendland eine lange Tradition.Es geht auf den griechischen Philosophen Pythagoras zurück,der im 6.vorchristlichen Jahrhundert im süditalienischen Kroton eine Mysterienschule gründete.Für Ihn waren Zahlen Symbole einer göttlichen Weltordnung und der Schlüssel zu den harmonischen Gesetzen des Kosmos.Als weitgereister Mann schöpfte er sein Wissen aus ägyptischen,oreintalischen und indischen Quellen.Zahlen faszinierten ihn zutiefst;sie waren für ihn nicht nur das Wesen aller Dinge,sondern die höhere Idee hinter der Welt der Erscheinungen.In der Tat können Zahlen gewissermaßen transzendieren.Dir Fünf  beispielsweise bezieht sich völlig wertfrei auf jede Fünfergruppierung und geht damit über die einzelne,konkrete Gruppe hinaus.Hinzu kommt die spezielle Symbolik einer jeden Zahl,die sich fest in den hermetischen Traditionen des Abendlandes,wie der Alchemie und der Magie,aber auch in der Kunst,insbesondere in der Kirchenarchitektur verankert hat.Wer also eine alte Kathedrale betritt oder ein Gemälde der Renaissance betrachtet,sollte dabei das Zählen nicht vergessen!Die Anzahl der dargestellten Personen,der Fenster,der Treppenstufen,der Ecken des Taufsteins ebenso wie den Speichen eines Rades kann sich als ein guter Schlüssel zur verborgenen Idee,zur tieferen Bedeutung des Kunstwerks erweisen.Denn Zahlen betrachtete man im Mittelalter als Gedanken Gottes,weshalb die Kenntnis der Zahlen zur Kenntnis des Universums führte.Da dieses Wissen bei uns weitgehend in die Vergessenheit geraten ist,soll eine kleine Geschichte aus dem alten China daran erinnern,die Marie Louise von Franz wiedergegeben hat.Sie zeigt,was es bedeutet,wenn der Wert einer Zahl sich nicht nur aus der Menge ergibt,wenn also nicht nur auf die Quantität,sondern auch auf die Qualität geschaut wird.Die Geschichte erzählt (auch in diesem Wort steckt die Zahl!) von 11 Generälen,die in einem Krieg entscheiden mussten,ob sie ihre Truppen in die Schlacht schicken oder nicht.Nachdem sie stundenlang beraten hatten,und alle Strategien und Taktiken durchdiskutiert hatten,kam es zu Abstimmung.Das Ergebnis war eindeutig.Acht Generäle stimmten für Rückzug,drei für Angriff,woruafhin sofort alle darüber einig waren,angreifen zu müssen,denn die Drei galt im alten China als Zahl der Einheit.Ausschlaggebend war also nicht,wer die meisten Stimmen auf sich vereinigte,sondern wer die günstigste Zahl erreichte,nicht die Quantität war entscheidend,sondern die Qualität.Leider berrichtet uns die Geschichte nicht,ob die Entscheidung klug war,und wie die Schlacht damals ausgegangen ist.Um das Wesen der Zahlensymbolik zu verstehen ist es gut,sich zunächst klar zu machen,dass es dabei nicht um „ausgedachte“ Zuordnungen geht.Wie bei jedem echtem Symbol handelt es sich auch hier um eine Bedeutung,die sozusagen „vorgefunden“ wird,die vom Bewusstsein erkannt,aber nicht gemacht wird.Diese Erkenntnis verdanken  wir vor allem der Tiefenpsychologie und dabei insbesondere C.G.Jung,der zeigen konnte,dass das Unbewusste sich in Bildern und Symbolen ausdrückt,die es nicht zuvor erlernen muss.Unser heutiges Bewusstsein muss dagegen mit dieser Symbolsprache erst vertraut werden,um deren Bedeutung nach und nach immer tiefer zu verstehen,selbst wenn es sie niemals umfassend begreifen kann.Dieses tiefe Symbolverständnis gilt zumindest für die einstelligen Zahle,denen eine archtypische Qualität zu eigen ist.Sie spielen auch in der Jung`schen Traumdeutung eine wichtige Rolle.Dort gilt es beispielsweise als sehr bedeutsam wieviele Personen in einem Traum erscheinen.In der Zahlensymbolik bilden diese einstelligen Zahlen das eigentliche Herzstück,wohingegen die zweistelligen in vielen Systemen einfach auf eine einstellige Zahl reduziert werden,indem man ihre Quersumme bildet(z.B. 25=2+5=7).In der Astrologie spiegelt sich die Zahlensymbolik in der zentralen bedeutung der Sieben (Planeten) und der Zwölf(Zeichen/Häuser),beides Zahlen,die zudem einen wichtigen Zeitbezug (Tage/Monate) haben.Aber auch bei der Deutung von Aspekten spüren wir noch etwas von der Qualitiät der damit verbundenen Zahlen.Besonders anschaulich wird die Bedeutung der Zahlen in den 22 Tarotkarten der Großen Arkana.Und natürlich sind die Zahlen auch umgekehrt ein hervorrangender Schlüssel zur Bedeutung dieser Karten,ebenso wie zur Bedeutung von Träumen,von Kunstwerken und sicherlich auch zum Verständnis manch eines Zufalls,über den wir uns im Alltag wundern.